Watford 29. Mai 2010
Elton John - Playing for Players in Watford - 29. Mai 2010
Liebe Elton John-Fans
Ende Oktober 2009 bekam ich eine E-Mail von Karin Blindeneder, dass Elton in Watford spielen würde. Und nun wisst ihr alle, was dann passierte: Nervositäääät! Wann wo Tix organisieren, wer kommt mit, wo logieren, wer bucht was usw.
Letztendlich haben wir’s geschafft, im selben Hotel unterzukommen und ein Konzert an einem sehr speziellen Ort zu erleben. Zudem war in Middlesex (Northwood Hills) ein Lunch Around The World-Event (LATW) organisiert worden, welchen wir auch miterleben wollten – zumal auch unsere deutschen EJ-Fans dort sein würden.
Abreisetag Zürich, Sa 29. Mai 10
Ich reiste zusammen mit Marcel Zürcher und Dani Würsch per easy-jet nach London Gatwick. Peter Wiget flog bereits am Do via Heathrow über den Teich. Um 07.40 Uhr war ich bereits beim Check-in 2 angekommen, setzte mich mit Zeitung, Croissant und Kaffee hin, um auf meine 2 Kollegen zu warten (erwartete Ankunft 08.35 Uhr). Bald standen sie da und alles verlief nach Plan, auch wenn die vielen Kontrollen doch lästig waren um schliesslich am Ende einer langen Reihe für das Boarding anzustehen. Und es waren keine nummerieren Plätze, sondern, man konnte ‚wählen’, wo es noch Platz hatte. Glücklicherweise verlief der Flug (09.50 Uhr) recht planmässig und ruhig, sodass wir schon kurz nach 11 Uhr bereits auf der Suche nach einem Taxi in Gatwick waren. Kurz telefonierte ich Peter und informierte ihn, dass wir da waren.
Gatwick - Northwood Hills (Lunch Around The World)
Der Fahrer hatte keine grosse Ahnung, wohin wir fahren wollten – während der Autobahnfahrt gab er diverse Bezeichnungen in sein GPS ein….! Wigi sms-te die Adresse, welche aber immer noch nicht genügte. Sodann hatte Dani die Idee und rief seine Angie zu Hause in der Schweiz an, welche dann innert Kürze die exakte Adresse übermitteln konnte. Nun waren wir alle beruhigt – das GPS zeigte, wo’s lang gehen sollte….(Danke Angie). Es war verkehrsmässig nicht gerade optimal, viel Stau (auch i/Gegenverkehr) und Regenwetter, sowie der Linksverkehr, so brauchten wir über 2 Std. zum LATW (Ankunft ca. 13.20 Uhr).
Wow – hier war also Elton auch mal gewesen – vor vielen, vielen Jahren…; drinnen hatte es bereits viele Leute; schon fast ein Gedränge. Nun trafen wir auch Peter und die deutschen Fans (Lisa, Karin, Tammy + Emanuel und Kira). Hungrig und durstig mussten wir uns zunächst erkundigen, wie’s denn hier funktionieren würde. Mit GBP 10 konnte man von einem asiatischen Buffet 1x alles probieren, dazu gab’s Budweiser oder Guiness. Glücklicherweise hatten wir auch noch einen 4-er-Tisch ergattern können. So fühlten wir uns bald gestärkt.
Es hatte einen tollen Elton-Artikel-Tisch mit interessanten Sachen, eine Auktion gab’s und auch Lose wurden verkauft. Selber ergatterte ich eine gelbe Mütze (vom Konzert 2005 in Watford), Schlüsselanhänger, Red Piano-Plakette und eine ‚uncensored’ DVD von EJ.
Plötzlich wurde unsere Gemütlichkeit unterbrochen, als Marcel merkte, dass er sein iPhone im Taxi hatte liegen lassen. Nach div. Telefonaten war aber klar, dass sie es gefunden hatten, und er es am Sonntag abholen könne….noch mal Glück gehabt…
Das Bier zeigte seine Wirkung und so gab’s ein Kommen und gehen Richtung Toilette (es hat seinen Grund, warum ich das erzähle!). Als ich dann wieder mal dort war, stand plötzlich ein älterer Mann rechts neben mir und meinte, es habe eine Menge EJ-Fans hier, worauf ich fragte, ob er denn KEIN EJ-Fan sei. Als er dann sagte, er sei Alan von Wrap it Up, strahlte ich und sagte ihm auch gleich wer ich sei.
Natürlich kannten wir uns von den CD-Bestellungen her – er meinte, ich sei sein bester Schweizer Kunde. Ja, hey Leute: Alan Mc Cormick! Endlich lernte ich ihn kennen. Auch Marcel begrüsste ihn, während sich Peter mit dem Designer des Elton John feat. Ray Cooper 2009-T-Shirts unterhielt.
Gegen 16 Uhr war der ganze Spuk vorbei – und die ‚heilige’ Stätte wurde auf dem Taxiweg verlassen, jedoch nicht ohne vorher noch ein paar Fotos zu schiessen – auch über die Elton John-Ehrung, draussen bei der Türe.
Das Einchecken im Premier Inn verlief problemlos, sodass wir die beiden Zimmer No. 303+304 in Beschlag nehmen konnten. Ein schönes sauberes Zimmer für nur GBP 25 pro Person und Nacht! Mit Regensachen ausgestattet, verliessen wir alsbald zu Fuss das Hotel mit dem Ziel: Vicarage Road, Watford! Der Himmel war trüb und immer wieder etwas Regen – vorbei an kleinen Häuschen, mit kleine Gärtchen oder dem Auto gleich vor der Haustüre kamen wir ca. nach ½ Stunde beim Stadion an, mit der Hoffnung den Nachhauseweg im dunkeln dann wieder zu finden…
Das Konzert
Schon ein Tourprogramm-Stand (in Plastiktasche), Mug, Mütze…es wurde gleich tapfer eingekauft! Da Marcel für Dani Maurer noch ein Watford-Shirt besorgen sollte, betrat er den Fanshop. Wir anderen wollten eigentlich nicht rein, weil uns das ja nicht sooo interessierte, doch der Regen drängte uns dann doch rein – und – oh weh – speziell für den 29.5. angefertige Watford/Elton-Shirts und Schals verführten zu weiteren Käufen. Und alles in einem FC Watford-Sack ... strahlende Gesichter!
Aber nun mussten wir uns noch um unsere eltonjohn.com-Tix bemühen – wo war wohl der Schalter dafür ? Nach 2maligem Nachfragen fanden wir dann den Schalter. Es klappte! Zurück zum speziellen Eingang. Wir 4 hatten alle Block B (genau vor der Bühne); die Germans waren ebenfalls in diesem Block, etwas weiter hinten. Ich finde, dieses Mal hatten wir gute Plätze, wenn auch etwas zu rechts, so doch im allerbesten Block. Dank dem frühen Abmarsch mit meinen Kollegen kamen wir nun noch in den ‚Genuss’ von 2 Vorgruppen – und da es weiterhin regnete, zog ich meine ‚Ganzkörper-Plastik-Pellerine’ über, sodass ich mich, ohne nass zu werden, auf den nassen Stuhl setzen konnte. Ja, da sass ich nun, eingepackt, ein Bier geniessend und einen Hot Dog essend, den mir Peter mitbrachte, in der Hoffnung, dass es bald aufhöre zu regnen.
Vor Beginn des Konzerts traf ich nochmals Alan Mc Cormick, welcher mir John Turano vorstellte (der frühere East End Lights Herausgeber), welcher im aktuellen Watford-Programm den textlichen Grossteil bestreitet, aus der Sicht eines Elton John-Fans (mit über 125 Konzerten!!). Spannende Kontakte!
Das Stadion füllte sich und ich staunte wegen der Engländer, welche teilweise ohne Strümpfe und kurzärmelig Platz nahmen…; dazwischen tauchte der Bierausschenker, dem ich das letzte Mal GBP 5 statt 3.50 gegeben hatte, um mir noch etwas Bier nachschenken….schön…
Wir alle hofften auf einen speziellen Abend, mit vielleicht speziellen Songs oder anderen Darbietungen.
Um ca. 20.20 Uhr begann das Konzert mit Funeral for a Friend, gefolgt von Saturday Night’s und im Hintergrund liefen die Bilder, welche wir schon von Red Piano her kannten. Von Anfang an waren die Engländer guter Stimmung (es hatte kurz mit Regen aufgehört, als EJ begann). Es war IHR Elton John, hier in Watford (gesamte Setlist unter www.eltonfan.net). Die Reihenfolge der Songs ähnelte sehr denen, die ich bereits von den Mitschnittnen aus America (www.simfylive.de) kannte. Es schien also nix Besonderes zu werden. Zwischendurch redete Elton immer wieder über den FC Watford u. deren beteiligte Personen; es schien auch, dass alle Musiker gut drauf waren (einfach zu laut), doch die Stimmung im Publikum war einmalig. Die Leute tanzten in der Gasse neben mir – und als ein Ordner sie zurückdrängen wollte, wurde einfach gleich mit ihm zusammen getanzt. Dieser musste lachen, versuchte ernst zu bleiben, doch wurde er gleich wieder in die Mangel genommen. Schliesslich hatte er keine Chance, auch wenn er es immer wieder versuchte…witzig ! Levon überzeugte mit seinem fetzigen Schluss, I guess that’s why the call… wurde wohl wieder extra für Peter gespielt, Are you ready for Love war eher überraschend im Programm und als Zugabe kam nur Your Song (und alles nach bereits kurzen ca. 130 Min. ! Die Amerika-Konzerte sind mit über 160 Min. deutlich länger, zusätzlich Zugabe dort Circle of Life sowie ein neuer Song während des Programms: You're never to old to hold somebody sind dort zu hören. Ehrlich gesagt, waren wir etwas enttäuscht, ab dem (relativen) Standard-Programm, das da geboten wurde. Tendenziell war klar, dass wir für ‚sowas’ kaum mehr so weit reisen wollten! Wir mussten (tags darauf) aber auch erkennen, dass wir irgendwie selber zu viele Erwartungen gehegt hatten und halt auch dank der vielen Konzertebesuch recht verwöhnt waren und so zwangsläufig alles (zu) gut kannten. Der Ort und das Watford-Stadion, sowie die englischen Fans waren/bleiben speziell!
Es dauerte etwas, bis wir das Stadion verlassen konnten (Gedränge), ein letzter Blick zurück und schon ging’s auf den Nachhauseweg. Es war eine Völkerwanderung – es schien, dass halb Watford dieses Benefiz-Konzert besucht hatte.
Plötzlich waren wir auf einem Wegstück, das uns vom Herkommen nicht bekannt war: Abzweigung vergessen – alles retour und vorher abbiegen. Mit Nachfragen (bei einer Bushaltestelle) kamen wir wieder nach ca. ½ Stunde im Hotel an. Die Germans waren schon da (sie hatten ein Taxi genommen).
Nach dem Konzert / Rückkehr nach Switzerland
Schnell ins Zimmer, die gekauften Raritäten abstellen, die nassen Kleider aufhängen (auch wenn wir während des Konzertes recht verschont wurden…) und runter zu unseren Freunden auf ein Bierchen.
Emanuel stand an der Bar und lud mich gleich zu einem feinen Glas ein, dann stellten wir die Tische bzw. Stühle zusammen und waren eine gemütliche Runde (inkl. Marc, den wir bisher nicht kannten). Ein paar Erinnerungsfotos wurden gemacht (ich finde es immer schön, diese Zeiten zuhause nochmals Revue passieren zu lassen). Emanuel hatte ich noch nie so redselig erlebt, aber ich denke, inzwischen sind wir uns alle doch sehr bekannt, und gemeinsame Erlebnisse schweissen zusammen. Schön! Einige liessen aus einem Eisautomaten noch Eiskübeli von Ben & Jerry's raus (hatte noch nie so ein Ding gesehen….) oder besorgten sich vom Getränkeautomaten Non-Alcoholics.
Dass die Zeit so weit fortgeschritten war, bemerkte ich leider zu spät – und so reichte es nicht mehr für ein 2. Bier, denn nach 24 Uhr ist anscheinend Schluss im Hotel (wir konnten es kaum begreifen, war es doch sehr gut belegt – v.a. mit EJ-Fans – wie sonst wohl selten).
Wir trafen uns zum ausgiebigen Frühstück. Leider hatte es keinen Tisch für uns alle zusammen, sodass die Germans eher vorne und wir eher hinten Platz nahmen. Karin war kreativ gewesen, was wir alles hätten zusammenstellen können, doch war es auch schwierig, da einige ja schon mit Essen beschäftigt waren. Beim immer-wieder-Essen-holen, sahen wir uns und witzelten mit Emanuel. Es hatte auch ein warmes Büffet (eat as much as you can GBP 7.75), welches wir einfach mitbenutzten, feine Croissants und v.a. Toast – letztendlich wurde zu unserem Verdutzen nix berechnet. Nun denn ‚danke’ Premier Inn (grösste UK Hotelkette mit 570 Hotels in UK und Irland).
Nach dem Frühstück wurde gepackt und an der Reception abgemacht. Peter musste uns früher verlassen, weil er ja via Heathrow (Swiss) flog. So zeigte er uns noch seine Fotos von Elton’s home in Nice. Immer wieder versuchte ich Karin telefonisch zu erreichen, damit wir noch alle (wie eigentlich besprochen) ein wenig hätten zusammensitzen können. Da dies nicht klappte und wir anderen Drei auch schon wieder an’s Nachhausefliegen dachten, bestellte ich uns einen Taxi (das von gestern). Half an hour, meinte er, es wurde dann fast 1 Stunde, bis er kam, aber es klappte.
Und er fuhr uns sicher und der Geschwindigkeit angepasst von Watford nach Gatwick (North Terminal). Dauer ca. 1 ½ Std. (also etwa gleich lang wieder Flug UK-CH); es hatte weniger Verkehr als auf der Hinfahrt, aber dennoch sehr viel. Im Radio hörten wir, dass beim Eurovision Song Contest England letzter wurde und Lena mit Satellite gewonnen hatte….Ein SMS von Karin kam noch – es war schade, dass wir uns nicht mehr hatten verabschieden können! Sie machten noch einen Trip durch England (Pinner und Windsor) – das Wetter war (ganz entgegen der Prognose) sonnig und warm.
Am Flughafen angekommen, musste Marcel sich nach seinem iPhone erkundigen. Es sei im South Terminal drüben, war die Antwort. Mit einem Shuttle-Bus fuhren wir rüber und so konnte er es dann gegen eine Gebühr von GBP 10 abholen. Sein Tag war gerettet!
Mit dem Shuttle wieder zurück in den North-Terminal, wo wir zunächst was Essen gingen (warme Sandwiches), dann in ein Restaurant wechselten, wo es auch wieder Bier gab. Zwischendurch organisierten wir diverse engl. Sonntags-Zeitungen und Hefte für den Heimflug. Beim ersten Durchsehen fanden wir leider gar nix über das Watford-Konzert! Noch schnell gingen wir in den Spielsalon, unser ‚Münz’ loswerden, bevor wir dann in die lange, lange Schlange vor dem easy-jet-check-in standen. Im Anschluss ging's durch die mühsamen Zollkontrollen (ich musste sogar meine unter 100ml-mässigen Utensilien noch in ein Plastiksäckli umpacken…), bevor wir uns dann in die Boarding-Schlange einreihten und den Heimflug bei fast wolkenlosem Himmel in Angriff nahmen.
Da wir nur Handgepäck dabei hatten, ging’s problemlos durch die ‚Schleusen’. Kurz nach 20.30 Uhr hatten wir unseren Zug nach Zürich HB, von wo aus wir dann getrennte Wege gingen.
Fazit
Ein spezieller Elton Event an einem speziellen Ort hatten wir erwartet. Speziell war er nicht gewesen, deshalb bin ich immer noch etwas enttäuscht! Elton & Band zeigten sich aber trotzdem in ausgezeichneter Spiellaune und auch das Publikum war grossartig.
Im Ausland lohnt es sich, die genauen Adressen der Hotels etc. auf sich zu haben ! Und das Taxi-Unternehmen welches ich für einen nächsten UK-Trip empfehlen kann heisst:
- TOFFEE CARS 044 208 429 09 09
Nicht vergessen: Elton Clubtreffen im Landhus Büli, Bülach am 12. Juni 2010, ab 11.30 Uhr !
Danke an dieser Stelle für euer Mitkommen und v.a. an Marcel für die Flugorganisation. Letztlich hat ja alles gut geklappt – und wir freuen uns schon auf den nächsten Trip (hoffentlich nach Deutschland oder Frankreich).
JUMP UP !
Bruno