ELTON JOHN & HIS SWISS FAN CLUB - and he shall be levon
 
 
 
 
Chocolate Rock
Elton John & his Band in Freiburg - 1. Juli 2011
 
 
Liebe Elton-Fans
 
 
Treffen mit Kim Bullard
Nach dem Konzert in München vom 14. Juni kam mir spontan die Idee, Kim Bullard mail-mässig anzufragen, ob ich ihm in Freiburg "some finest swiss chocolate" überreichen dürfe. Prompt - und damit meine ich prompt, denn die Antwort kam bereits nach einer Stunde - war das Ganze abgemachte Sache - soo genial! Der Treff würde ca. 45 Minuten vor Konzertbeginn stattfinden.
 
Den Einkauf erledigte ich kurz darauf: Für Elton besorgte ich feinste Villards-Schokoplättli und Bachham-Tafeln (Österreich, dafür passte die Schokolade mit ihren farbigen Flecken perfekt dazu) sowie eine Berner Sennenhund-Holzfigur mit einer kurzen Info in Englisch über den Sennenhund. Für Kim, Band und Crew gab's eine Auswahl von Lindt, Cailler und Munz.
 
Mit Daniel Würsch ging's per Auto Richtung Freiburg, wo wir nachmittags nach 4 auf Marco Dietiker trafen. Es meldete sich der Hunger, doch die gemütliche Gartenterrasse in der Nähe des Open-Air-Geländes war noch geschlossen. So blieb uns lediglich das IKEA-Restaurant - fühl dich wie zu Hause ... lecker war's.
 
Kurz nach 18 Uhr traten wir den langen, langen Weg (400 Meter) zum Gelände an, um pünktlich für den "Schweizer-Akt" bereit zu sein. Einen Tag zuvor gab ich Kim bekannt, dass ich im gelben Watford-Shirt zu erkennen sei und wir links auf Höhe von Elton's Piano warten würden. Zwischenzeitlich kreuzten wir Thomas Wisler und Freundin Sandra, welche uns ebenfalls zur Bühnenfront begleiteten. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk tauchte plötzlich ein grosser Mann mit cooler dunkler Sonnenbrille von John Mahon's Seite auf. Er strahlte und fragte: "So, you're the chocolate man?" Sofort bildete sich eine Gruppe deutscher und schweizer Fans rund um Mr. Bullard. Kim begrüsste alle mit "Hey Guys, how are you doing?" - und Tammy und Karin sogar persönlich mit Namen! Anschliessend widmete er sich mir und dem Thema Schweiz. Seine Frau komme aus Bulle VD und sie würden regelmässig in der Schweiz ihre Ferien verbringen. Dann die Frage, woher wir kämen: Bern! "Berne? Is that in Switzerland?" - antwortete ich: "Sure, it is the main city!" Da lachte er herzlich.
Und ... da war ja noch was: die Schokolade! Neugierig blickte er in die Tasche: "Are you kidding?", und lachte, "I thought, you'll bring one piece of chocolate with". Antwortete ich: "In Switzerland we are generous". Sagte ihm, dass die Schokolade mit dem orangen Bändel inklusive Berner Sennenhund für Elton seien ("Sure, I'll give it to Elton right afterwards") und diejenige mit dem blauen Bändel für ihn, die Band und die Crew.
Daraufhin kurzes Fotoshooting, er wünsche uns eine tolle Show. Genial, wie unkompliziert und angenehm das Treffen über die Bühne ging!
Gleich darauf sprach mich ein Mann an, er sähe da mein Elton-Autogramm auf dem Shirt, an welche Adresse er sich denn für eine Unterschrift des Sirs melden solle. Ich erklärte, dass diese Chance jeweils direkt an den Konzerten selber bestünden und er sich nach "Don't Let The Sun Go Down On Me" sofort aufmachen solle zum Bühnensturm. Er meinte aber, sein Platz sei hinten auf der Tribüne ... wird natürlich etwas schwieriger ...
 
 
 
Das Konzert
19.18 tönte es aus den Lautsprechern: "Wir bitten Sie, Ihre Plätze einzunehmen, die Show beginnt in Kürze". So war es denn auch punkt 19.30 Uhr, die Band kam auf die Bühne und einige Leute hinter uns stellten fest: "Ah, jetzt geht's los" - und wie! Bereits während "Saturday Night's Alright For Fighting" strahlte ein sichtlich SEHR gut gelaunter Elton über beide Ohren um die Wette. Danach folgte "Levon" ... und hier wurde spätestens gegen Ende klar: Elton ist nicht nur sau-mässig gut drauf, er spielt auch dementsprechend! Wie eine fahrende, dampfende Lokomotive haute er in die Tasten und lieferte eine der besten Levon-Versionen ab! Dasselbe direkt im Anschluss bei "Madman Across The Water". Während in München der Song zwar brilliant, aber eher auf demselben Akkord gespielt wurde, tänzelten Elton's Finger mal von der tiefen Oktave zur hohen, mal spielte er nur mit der rechten oder linken Hand, baute plötzlich wieder irgendeine Melodie ein - der Song dauerte schlussendlich auch etwa 12 Minuten! Wahnsinn!
 
Der eine Verstärker musste früh ausgewechselt werden, dieses Mal gab Elton dies ganz freundlich per Mikrofon bekannt: "We have to change the voice recorder".
 
Bei "Rocket Man" passierte genialerweise dasselbe wie in München: Während des Improvisationsparts standen plötzlich die meisten Leute auf, als Davey zu jammen begann - grossartige Stimmung und restlose Standing Ovations am Ende des Songs.
 
Lustig wie immer auch die frei erfundenen Ortschaften und die schottische Ex-Band von Davey Johnstone, welche Elton während der Band-Vorstellung einbaute. Bei der Vorstellung von Kim Bullard zeigte dieser auf mich, weil vor mir alle sassen und man mich stehend im gelben Watford-Outfit erkannte (ich sagte ihm beim Treffen, wir hätten 13. Reihe links). Oder zumindest meinten Marco, Daniel und Thomas alle unabhängig voneinander, dass da Kim auf mich gezeigt hatte.
 
Noch nie erlebt und absolut WAHNSINN war der tosende Applaus für Nigel Olsson!
 
Fetzig kamen einmal mehr "Hey Ahab" und "Monkey Suit" daher - auch "Gone To Shiloh" kam beim Publikum gut an. Kein Schnulz, sondern ein in der Tat grossartiger Text und eine ebenso mitreissende Melodie.
 
"Don't Let The Sun Go Down On Me" widmete Elton an diesem Abend Bundestrainer Joachim Löw, welcher im Publikum sass und ganz entzückt grinste, als er im Grossformat auf der Leinwand erschien. Im Nachhinein fanden wir heraus, dass er vor der Show ein kurzes Meeting mit Elton hatte. Und als wäre es nicht bereits eine tolle Resonanz aus dem Publikum gewesen, touchierte die Sonne genau während dieses Songs den Horizont, ehe sie verschwand. Dieser Song scheint tatsächlich etwas magisches an sich zu haben.
 
Die Security reagierte dieses Mal - aus meiner Sicht - genauso, wie es sein soll: Und zwar flexibel, wenn es um den Bühnensturm geht. Denn in München war da wieder so eine komplizierte Regelung, von wegen nur die ersten 4. Reihen an den Bühnenrand stehen dürfen. So war denn auch eine ausgelassene Stimmung. Ein Blick nach rechts - und da steht doch tatsächlich der Mann von der Tribüne direkt vor Elton's Piano - er hatte es also geschafft! Sein Ticket wurde leider nicht ausgewählt.
 
 
 
Fazit
Freiburg ist für uns nach Konstanz 2008 ganz klar die beste Open-Air-Show mit Band gewesen. Mit einer solchen Strahle-Laune, einer ebensolchen Spielfreude, einer sonnigen Kulisse und diesen neuen und spontanen Improvisationen - da kann fast nichts mehr schiefgehen! Ich für mich habe an diesem Abend Elton John neu entdeckt und von einer Seite erlebt, die ich so nie erwartet hätte!
 
Freiburg war meine 27. Elton-Show über eine Zeitspanne von exakt 13 Jahren - erstes Konzert Open Air in Zürich am 30.06.1998 und nun, nur wenige Kilometer von Zürich entfernt, das Open Air in Freiburg - und was für eines das war!
 
Und es würde natürlich halb so viel Spass machen ohne euch! Danke Dani, Marco, Thomas und Sandra fürs mitkommen!
 
 
 
Konzertmässig gibt's für uns nun etwas Pause. Die meisten - und es sind schon 12 definitiv dabei (!) - sehe ich am Samstag, 5. November 2011 an unserem Clubtreffen in Burgdorf BE. Ich würde mich sehr freuen, bekannte und neue Gesichter aus dem schweizer wie auch aus dem deutschen Fan-Lager begrüssen zu dürfen!
 
 
"... and you've gotta stand up straight,
when you ride that whale!"
 
Marcel
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